Über Stock und Stein durch die Grimselregion
Der letztjährige Sommerausflug der 360excellence AG führte uns in die Grimselregion. Mit ihren zahlreichen Staudämmen und Stauseen der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) ist die Region ein bedeutender Bestandteil der Schweizer Strominfrastruktur. Neben den technischen Anlagen bietet das Gebiet eindrucksvolle Landschaften und abwechslungsreiche Wanderrouten durch die Berner Alpen.

Der Tag davor
Am Freitagabend trafen wir uns im Hotel und Naturresort Handeck. Die Unterkunft liegt auf 1’310 m ü. M. oberhalb von Guttannen am Fusse des Grimselpasses. Der Grimselpass, eine alpine Nord-Süd-Verbindung zwischen dem Berner Oberland und dem Obergoms im Wallis, zieht mit seiner kurvigen Hochalpenstrasse zahlreiche Motorrad- und Velofahrer an. Auch für die Erschliessung und den Betrieb der Kraftwerksanlagen der KWO spielt der Pass eine wichtige Rolle. In unmittelbarer Nähe verläuft zudem die Rhein-Rhône-Wasserscheide, Teil der mitteleuropäischen Hauptwasserscheide: Das Wasser fliesst von dort entweder über den Rhein in die Nordsee oder über die Rhône ins Mittelmeer. Die Nordseite, also das Einzugsgebiet des Rheins, ist insbesondere für die Kraftwerke Oberhasli von Bedeutung.
Im Zentrum des Ausflugs stand jedoch nicht die Technik, sondern das gemeinsame Erleben und die Möglichkeit, sich als Team weiter zu verbinden und auszutauschen. Das Hotel Handeck, in dem wir nächtigten, verbindet alpine Natur mit moderner Infrastruktur. Neben komfortablen Zimmern bot es einen grosszügigen Wellnessbereich, einen weitläufigen Garten mit Spazierwegen, einen kleinen Alpstall mit «Alpssäuli» sowie ein hauseigenes Restaurant, das mit 15 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet ist und auf regionale Produkte setzt.
Den Freitagabend starteten wir mit einem Apéro, bevor wir im Restaurant ein mehrgängiges Abendessen genossen. Die Küche bot eine abwechslungsreiche Auswahl – von einem fein angerichteten Tatar mit Haslitaler Ziegenkäse bis hin zu klassischen Gerichten wie Wiener Schnitzel. In entspannter Atmosphäre liessen wir den Abend ausklingen, bevor wir uns für die bevorstehende Wanderung erholten.
Aufstieg mit Aussicht und Abstieg mit Adrenalinschub
Am Samstagmorgen brachen wir nach dem Frühstück zu unserer «360excellence-Wanderung» auf. Vom Hotel aus führte ein schmaler Pfad entlang der Strasse durch eine naturnahe Landschaft mit Heide- und Erlenbüschen. Nach der Querung eines trockenen Bachbetts folgten wir einem Teil der historischen Sbrinz-Route, einem alten Saumweg über die Alpen. Der anschliessende Abschnitt war von einem steinigen Pfad geprägt, der über Gletscherschliff-Felsen führt. In den Fels gehauene Stufen erleichterten den Aufstieg. Auf der gegenüberliegenden Talseite verschwand die Strasse teilweise im Tunnel. Nach einem kurzen Waldstück und einer Brücke erreichten wir die Postautohaltestelle Handeck Kunzentännlein. Nach der Überquerung der Passstrasse führte der Weg weiter Richtung Gelmersee. Über Steintreppen und Felsplatten erreichten wir eine Geländestufe und durchquerten eine kleine Moorlandschaft mit einem Weiher. Der folgende Abschnitt erforderte Trittsicherheit, da der Weg abschnittsweise schmal und ausgesetzt ist. Der Blick ins Tal und auf die umliegende Felslandschaft war eindrücklich. Auf einer Hochebene angekommen, öffnete sich der Blick auf den Gelmersee mit seinem klaren, blauen Wasser.
Nach einem kurzen Halt setzten wir die Wanderung um den See fort. Der Rundweg war technisch weniger anspruchsvoll, führte aber über verschiedenes Gelände und bot kontinuierlich schöne Aussichten. Ungefähr auf Höhe der Seehalbzeit legten wir unsere Mittagspause ein. Auf einer kiesig-sandigen Uferfläche breiteten wir uns aus, genossen mitgebrachte Sandwiches und Aufschnitt und wer wollte, kühlte sich kurz im See ab.
Im Anschluss ging es weiter zur Staumauer des Gelmersees und zur Bergstation der Gelmerbahn. Diese war lange die steilste Standseilbahn Europas und ist mit ihrer maximalen Steigung von 106 % weiterhin die steilste Standseilbahn mit offenem Wagen. Einige von uns sammelten ihren Mut und suchten sich bewusst die vorderen Sitzplätze aus und genossen die eindrückliche Talfahrt.
Zurück beim Ausgangspunkt überquerten wir noch die Handeckfall-Hängebrücke. Sie führt 70 Meter über dem Wasser der Aare und ermöglicht eine Rückkehr zum Hotel, ohne der Strasse folgen zu müssen. Aufgrund ihrer Konstruktion waren Bewegungen der Brücke bei Wind oder mehreren Personen gut spürbar.
Der Ausflug in die Grimselregion war eine bereichernde Erfahrung, die Raum für Austausch, Bewegung und gemeinsames Erleben bot. Die abwechslungsreiche Landschaft, das Zusammenspiel von Natur und Technik sowie die gelungene Organisation haben diesen Tag in guter Erinnerung bleiben lassen.





